Der Philosophische Salon Frankfurt

Der Philosophische Salon Frankfurt am Main e.V.
Unser philosophischer Salon will mehr sein als ein Forum für populärwissenschaftliche Vorträge. Das Wort wurde mit Bedacht gewählt: Salon. Suggeriert es doch einen Ort, wo sich Menschen zum Kennenlernen und Gedankenaustausch in einem geselligen Rahmen treffen. Es ist freilich ein fernes Echo aus jenem geist-sprühenden 18./19. Jahrhundert. Da wurde in den Salons eifrig über Politik, Philosophie und – nach aufregenden Entdeckungen – Physik und Chemie debattiert. Immer waren auch Literatur und Kunst Themata. Unverzichtbar, diese kulturschaffende Einrichtung gebildeter Kreise, ein Signum jener nach Atem ringenden Zeit. Zwischen Biedermeiermöbeln regierten die Frauen – die Witwe Lavoisier oder Madame Stael in Paris, Rahel Varnhagen, Bettina von Arnim, Caroline von Humboldt in Berlin. Paris und Berlin erfreuten sich der größten Anzahl von Salons – in Paris wurde mehr politisiert, in Berlin überwogen die gelehrsamen Diskussionen. Im übrigen hielten sich auch Kleinstädte das eine oder andere Etablissement – so Jena den Salon der Caroline Schleiermacher, Weimar jenen der hochbegabten Herzogin Anna-Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach. Und wer war da ein häufiger Gast? Richtig geraten: unser Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe. Immer noch sind wir Frankfurter damit beschäftigt, ihm den schnöden Abschied von unserer Stadt der gekrönten Häupter zu verzeihen.

Gewiß, es trennen uns Zeitalter von jenen quirligen Salons unserer Vorfahren. Wir haben begabte Schrift-steller, prominente Künstler und hochqualifizierte Gelehrte in unseren Reihen. Keinen Herrn Geheimrat freilich. Aber wir freuen uns doch, daß Prinz Dr. Wossen-Asserate, ein bekannter Frankfurter aus Addis Abeba, sich wohlgefällig über unseren Salon geäußert hat. Der blaublütige Nachkomme des Kaisers Negus Negesti Menelik von Äthiopien, ein historischer Freund Deutschlands, beehrte uns mit dem Vortrag Quo vadis Afrika? Und meinte: Endlich wieder einmal ein Salon – leider ohne die Leitung einer Frau. Nun, im Zeitalter der Emanzipation haben auch Männer ein Wort mitzureden. Das hindert unsere erfahrene Graphikerin Renate L. nicht – nachdem ihre Idee, die Terrasse winterfest zu bepflanzen, gescheitert war – uns weiterhin engagiert von den Grundsätzen einer allzeit gültigen Ästhetik zu überzeugen.

Wir wollten mit dem philosophischen Salon etwas Eigenes schaffen. Etwas, das es so in Frankfurt bisher nicht gab. Das fing bei der Innenarchitektur an. Der fast quadratische Raum reizte zu einem Experiment. Im Normalfall hätte man parallel zu den Wänden die Gestaltung geplant, konservativ kartesisch. Wir machten jedoch die Raumdiagonale zur architektonischen Achse, also eine Verschiebung um 45°. Sie ist um einiges länger als eine der Seitenwände – siehe Satz des Pythagoras – und somit wirkt der Raum größer. Eine optische Täuschung, passend zum Namen des Raums: Optisches Kabinett, mit einer ausführlichen Thematik zu optischen Illusionen. Das Optische Kabinett ist das Domizil des Philosophischen Salons Frankfurt am Main. Dort finden alle Veranstaltungen statt. Es wird auch bewirtet.

Was kann einen philosophischen Salon attraktiv machen in unseren schnodderigen, lärmenden, flüchtigen Zeiten? Genau das Gegenteil: Ein Refugium der Muße für den gestreßten Bürger. Er vermißt die Behäbigkeit und die Stille der verschrobenen Winkel von einst. Wie öde, ja traurig das Ende üblicher Vorträge. Hastig Jacke, Mütze, Schal, Tasche zusammengerafft, draußen ist finstere Nacht. Wieviel Unzen wiegt das gesamte neue Wissen von heute Abend? Was ist es wert? Was ist die Zeit wert, die man hier verbracht? Wir freuen uns, wenn nach einem Vortrag eine Runde noch beisammen bleibt und plaudert – vielleicht auch Klatsch austauscht. Geselligkeit ist hat einen Wert an sich. Ein Vortrag auf Distanz und in Kürze, die Diskussion inbegriffen, ist noch keine Kommunikation. Keine synergetische Verschränkung von Wissen. Der Charme des Salons setzt sich aus vielerlei Facetten zusammen. (Weiter)

Veranstaltungen des Philosophischen Salon Frankfurt
Bitte besuchen Sie regelmäßig unsere Seite mit den Terminen!
Da es sich zum Teil um bereits weit im Voraus geplante Vortragstermine handelt, besteht die Möglichkeit, das es zu Terminverschiebungen kommen kann. Aktuelle Termine finden Sie immer auf unserer Internetseite oder auf unserer Facebook Seite.

04. Februar 2016
Passen Finanzen und Ethik noch zusammen?
Referent: Prof. Dr. Mark Wahrenburg

03. März 2016 – ABGESAGT!
China – einst und jetzt
Referent: Dr. Johann Friedrichs
Diese Veranstaltung wird nachgeholt

05. April 2016
Landwirtschaft zwischen gestern und heute
Referent: Dr. Jörg Hüther, Referent im Hessischen Landwirtschaftsministerium

12. Mai 2016
Und es lohnt sich doch! 55 Jahre Theater!
Referent: Wolfgang Kaus

02. Juni 2016
Wenn das Universum bebt – Auf der Jagd nach Gravitationswellen
Referent: Dipl. Phys. Dr. Wolfgang Englisch

07. Juli 2016
Munch, Ein Maler zwischen Rausch und Wahn
Referentin: Schriftstellerin – Tanja Lange

04. August 2016
Naturvölker in Äthiopien – Die Wiege der Menschheit
Referent: Peter Luyendyk

06. September 2016
Gespräche unter Mopanebäumen
Referentin: Dr. Angela Köhler-Weisker

06. Oktober 2016
Wohin stolpert Europa?
Referent: Dr. Johann Friederichs

03. November 2016
Kaspar Hauser. Eine unendliche Geschichte
Referent: Ulrich Flechtner

01. Dezember 2016
— noch nicht vergeben —

Anschrift
Philosophischer Salon Frankfurt Main e.V.
Burgfriedenstrasse 17
60489 Frankfurt am Main
www.philosophischer-salon-frankfurt-main.de

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